11.1.05

Keine Option

Manchmal - eigentlich sogar viel öfter als nur manchmal - bin ich froh, dass eine Trennung so oder so keine Option für uns ist. Ich weiß, dass es etwas selbstgerecht klingt, das zu sagen, wenn und so lange alles in Ordnung ist (Aber: ist es das jemals?). Aber bei uns hängt es nun mal auch mit unserem Glauben zusammen, dass eine Trennung, komme was wolle, für uns nicht möglich ist.

Vielleicht sehen wir deshalb beide realistischer auf uns und das, was wir gemeinsam haben und was uns trennt. Vielleicht lässt es uns auch einfach nur bescheidener sein in den egoistischen Ansprüchen an den anderen. Es muss nicht permanent prickeln. Und ich will vermeiden, sie zu verletzen - eben weil das Kitten (und das müsste ja in jedem Fall sein mangels Alternative) auch wieder schmerzhaft und mühsam wäre.

Es sind die traurigen Beobachtungen wie die von DonDahlmann, der mit Familienresten U-Bahn fährt, die mir Gewissheit geben, dass wir da nicht alles falsch machen. Auch, wenn es schon so für die Kinder nicht immer nur leicht ist (Aber: muss es das sein?). Dass sich alle drei auf das Geschwisterchen freuen (und NEIN, man konnte noch nicht sehen, was es wird. Seufz.), zeigt doch, dass es auch anders geht.

Kommentare:

  1. Schon mal erlebt, dass Kinder sich innig wünschen, ihre Eltern mögen sich trennen? Ich schon, in zwei Familien, live.

    Es gehört genauso zu einem verantwortungsvollen Miteinander, im richtigen Moment auszusteigen. Und notfalls halt ewiges Brutzeln in der Hölle auf sich zu nehmen (habt Ihr Protestanten überhaupt eine?).

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  2. Liebe Kaltmamsell, ja, habe ich. Und nein, ich würde so eine Haltung, wie wir sie haben, nie verallgemeinern wollen oder gar Trennungen an und für sich für falsch oder unmoralisch halten.
    Was ich aber schon denke, ist, dass in einer Beziehung, in der beide Partner gleichermaßen die Option der Trennung für sich verwerfen, beide auch ungewöhlich stark bereit sind, an der Beziehung zu arbeiten. Denn nur dann ist so eine Haltung verantwortlich.
    Demut ist beispielsweise nicht meine zuvörderste Eigen- oder Leidenschaft - dennoch etwas davon zu lernen, war aber wichtig.
    Im Endeffekt geht es mir um mein Lieblingsthema, dass zu hohe Ansprüche ans Prickeln der Liebe verbunden mit dem unbändigen Wunsch nach Selbstverwirklichung dem dauerhaften Glück im Wege stehen.

    Zur Hölle schreibe ich was eigenes :-))

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