22.12.04

Israel

In allen Fragen, die Israel betreffen, kommt mein prinzipieller Pazifismus massiv ins Wanken - und das war schon immer so. Besonders in der Dekade zwischen Mitte der Achtziger und Mitte der Neunziger, als ich in der christlichen Linksradikalen aktiv war, hat mich das dauernd zwischen alle Stühle gebracht. Nie verstehen konnte ich beispielsweise diese Palästinenser-Besoffenheit, die auch und gerade in linken kirchlichen Gruppen Platz griff und teils noch greift. Auch in den wildestens Imperialismus-Debatten Israel sofort mit Südafrika, Chile und den USA gleichzusetzen, konnte ich nie wirklich nachvollziehen (trotz aller Kritik am konkreten Vorgehen vieler israelischer Regierungen.

Sehr spannend deshalb die beiden Einträge von Lila von gestern: Der Blick aus Israel auf Europa samt einigen interessanten Kommentaren und die Empörung über orange Davidsterne von Siedlern vor der Räumung.

Was mir sofort einleuchtet (und was ich beispielsweise aus Lebensrechtdebatten von der Struktur gut kenne), ist die Wut auf gut gemeinte Äußerungen wie Wir stehen zur Existenzberechtigung Israels. in der Tat: Sie ist ekliger und arroganter Bullshit, denn mit so einer Formulierung wird ja gerade diese Existenz als nicht selbstverständlich dargestellt und implizit der Zweifel für denkbar und berechtigt erklärt...

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