3.12.04

Airbus

Das Airbus-Thema habe ich bisher vermieden, da ich die Kampagnen der Springer-Blätter so zum Kotzen finde, die in den letzten Monaten mit Fahndungsfotos und jeder Menge Seite-1-Artikel stattfanden. Heute nun die Eskalation durch die Bischöfin-Beschimpfung durch Ole und ihr Interview im Abendblatt. Ich habe ihr, die ich schon lange kenne, einen Brief geschrieben:

Liebe Bischöfin Jepsen,

mit sehr gemischten Gefühlen habe ich auch heute wieder das Abendblatt gelesen. Die Kritik von Ole von Beust empfinde ich als unverschämt, auch wenn ich mich über manches geärgert habe, mit dem Sie selbst in dieser von Bild und Abendblatt so unerträglichen Kampagne zitiert wurden. Da wir uns aber ja so lange kennen und ein so gutes Stück Weg auch gemeinsam zurück gelegt haben, kann ich Sie mit Ihrer Enttäuschung verstehen.

Gerade gestern sprach ich mit dem Pressechef von Airbus in Hamburg und wir waren uns einig, dass zurzeit nicht mehr sein Job die schwierigste Kommunikationsaufgabe in dieser Stadt ist, sondern eher der Ihre. Wie schön, Katharina Gralla an Ihrer Seite zu wissen.

Schade finde ich Ihre Schlussfolgerungen (sicher nicht nur aus diesem Fall) zur Weiterentwicklung unserer Kirche. Das, was ich am Luthertum einzig nicht mag, spricht doch allzusehr daraus - der Glaube, dass eine horizontale Organisation nicht sinnvoll und zielführend sein könne.

Ist es nicht gerade so, dass im Gegenteil mehr Macht direkt an die Gemeinden gehen muss? Dass Kirche nur von unten wachsen kann? Dass wir durchaus von den Erfolgen, auch geistlichen Erfolgen, mancher Freikirchen und freien Gemeinden lernen können? Mir macht Sorge, dass es in diesem etwas leidigen Krise-alsChance-Gerede der letzten Jahre so oft die Tendenz zur Befehlskette gab und so selten die Rückbesinnung auf die Mission in der Gemeinde.

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