22.1.04

Ja, ja, ja! Genau!

Wieder einmal spricht mir Jan Ross in der Zeit aus der Seele mit seinem längeren Artikel Was ist Bildung?

Er seziert die hohlen Argumente der Innovations- und Modernisierungs-Technokraten brillant. Selten habe ich einem Artikel so sehr von der ersten bis zur letzten Zeile zustimmen können (oder jedenfalls fast. Die Passage über Leo Strauss sehe ich geringfügig anders).

Neulich sprach ich mit einem Freund über Manifeste, die uns jeweils elektrisiert hatten. Bei mir damals Cluetrain - bei ihm die Ruck-Rede. Ich konnte ihm damals zunächst nur mein Unbehagen formulieren. In Ross` Artikel finde ich nun eine Stelle, die es klarer ausdrückt:

Im Grunde geht es gar nicht um einen Gegensatz zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Das Hohle und Blecherne der Innovationsrhetorik, die Standortstandpaukenhaftigkeit, die bis auf Roman Herzogs „Ruck“-Rede von 1997 zurückgeht – das ist nicht weniger physikfern oder chemiefremd als es unphilosophisch ist, es ist einfach die falsche Sprache und Haltung für den Umgang mit Bildung und Wissenschaft. Es ist nämlich eine lieblose, trotz aller Selbstanfeuerung ganz unenthusiastische Sprache, und ohne Liebe und Begeisterung ist auf diesem Terrain nichts auszurichten.

Wie gesagt und noch mal: unbedingt lesen!

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